Der norwegische WCM und DXP Spezialist Ibexa und der Friedrichshafener Digitaldienstleister o4b sind eine strategische Partnerschaft eingegangen. Was sich die Unternehmen aus dieser Partnerschaft versprechen und welche neuen Chancen es für ihre Kunden bietet, erklären Tushar Marwaha, Commercial Team Lead DACH von Ibexa, und Marcel Häberle, Geschäftsführer von open4business.

Marcel, Ihr kommt aus Friedrichshafen. Seit 20 Jahren realisiert ihr vom Bodensee aus anspruchsvolle Digitalprojekte und individuelle Softwareentwicklung vom Konzept über die Implementierung bis hin zum Operating und dem Support. Was kannst Du mir noch über o4b erzählen?

Marcel Häberle, o4b: Wir haben früh erkannt, dass die Digitalisierung ein enormes Potential mit sich bringt. Von Anfang an war es unser Ziel die Arbeit von Mitarbeitern zu erleichtern und komplexe Prozesse und wiederkehrende Aufgaben in Softwarelösungen abzubilden.

Wir haben uns auf den Bereich Webentwicklung & -applikationen konzentriert, um unser Ziel in die Tat umzusetzen. Oftmals werden die mit der Digitalisierung verbundenen Veränderungen in einem negativen Kontext gesehen. Die Automatisierung von Arbeitsabläufen wird oft mit der Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen verbunden.

Wir sehen das allerdings anders. In unseren Projekten schaffen wir mit unseren Lösungen ergänzende Arbeitserleichterung für die Menschen, die sich dann auf die Teile Ihrer Arbeit konzentrieren können, die Ihr Unternehmen weiter voranbringen. Das Feedback unserer Kunden bestätigt uns.

Partnerschaften als essenzieller Baustein für eine erfolgreiche DXP

Live-Webinar
16. März 2021, 10 Uhr

Mitschnitt abrufen

Was sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein aktuelles Website- oder DXP-Projekt?  

Gemeinsam mit unserem Partner IBEXA haben wir in diesem informativen Live-Event  die gemeinsamen Herausforderungen beim Aufbau einer Digital Experience Plattform und die besondere Bedeutung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Unternehmen, Implementierungsdienstleister und Unternehmen beleuchtet und diskutiert. Für alle, die den Termin verpasst haben, steht ein Mitschnitt zur Verfügung.

Dieses Webinar war der Auftakt für eine gemeinsame Webinar-Serie. Weitere Events finden Sie hier.

Tushar, Du arbeitest für Ibexa, ein Unternehmen, dass sich über viele Jahre als eZ Systems im WCM Bereich einen Namen gemacht hat. Kannst Du uns etwas über euch erzählen? Wo kommt ihr her, wo steht Ihr heute und wo soll es hingehen? Und warum habt Ihr einen neuen Namen?

Tushar Marwaha, Ibexa: eZ Systems hat seinen Ursprung im CMS-Bereich. Vor 20 Jahren ist das Unternehmen in Norwegen entstanden und hatte zunächst einen Fokus auf große Verlagsgruppenwie die Financial Times, The Economist und in Deutschland z.B. die Westfälische, die Hannoversche Allgemeine und mehr.

Mittlerweile sind wir nicht mehr nur CMS-only sondern bieten eine Digital Experience Platform, kurz DXP, für B2B-Unternehmen an. Wir besitzen auch tiefgreifende Commerce-Expertise und decken mit der Akquirierung der Commerce-Lösung von silver.solutions im Januar 2020 nun die gesamte Content- und Commerce-Welt im B2B-Bereich ab. Diese Veränderung wollen wir mit unserem Rebranding von eZ Systems zu Ibexa unterstreichen.

Tushar Marwaha

Commercial Team Lead DACH, Ibexa

Wer ist eure Kernzielgruppe und in welchen Projektsituationen setzt man eure Software denn idealerweise ein?

Tushar Marwaha, Ibexa: Wir unterstützen heute B2B-Unternehmen dabei ihre traditionellen Verkaufsstrategien in reibungslose digitale Einkaufserlebnisse umzuwandeln. Bei den Projektsituationen, in denen unsere DXP in Frage kommt, sprechen wir von drei Use Cases.

Marcel Häberle 

Managing Partner, open4business 

Marcel, open4business ist bereits seit vielen Jahren aktiv und erfolgreich im Bereich WCM und DXP als Dienstleister unterwegs und setzt dabei Systeme verschiedener Hersteller ein. Warum habt Ihr nicht schon früher eine Partnerschaft mit Ibexa gestartet oder besser gefragt: Warum gerade jetzt?

Marcel Häberle, o4b: Wir haben den Best-of-Breed Ansatz fest verinnerlicht, er ist Teil unserer DNA. Wir wissen, dass es für „Digital Platforms“ nicht die eine beste Lösung für alle Probleme gibt, sondern dass jede Problemstellung seine besonderen Anforderungen hat und man den Einzelfall betrachten muss. Wir kennen im WCM, DXP und Commerce-Bereich eine Vielzahl von Lösungen, die mit unterschiedlichen Ansätzen die Anforderungen unserer Kunden zu lösen versuchen. Einige davon haben wir bereits eingesetzt, um individuelle Projektanforderungen bestmöglich abbilden zu können.

Oft waren die Ansätze aber nicht flexibel genug. Wie Tushar schon erwähnt hat, sind DXP-Systeme eine wichtige Komponente im gesamten Digitalisierungsprozess, die mit den verschiedensten Systemen wie z.B. Asset-Management-, Product-Information, ERP oder eben auch eCommerce-Systemen interagieren müssen. Als Software-Integrationspartner ist es unsere Aufgabe das nahtlose Zusammenspiel der Komponenten sicherzustellen und einheitliche Lösungen “wie aus einem Guss” zu schaffen und so Datensilos zu vermeiden.

Du hast gefragt, warum wir nicht schon früher eine Partnerschaft mit Ibexa eingegangen sind. Das ist eine gute Frage, denn die Verbindung passt eigentlich wie die Faust aufs Auge. Wie wir, verfolgt Ibexa mit der Architektur ihrer DXP einen starken Headless Ansatz, um die Stärken neuer und bestehender Systeme zu nutzen, integrierte Gesamtsysteme zu schaffen und die Wartbar- und Austauschbarkeit von Teilkomponenten zu erhöhen. Damit wirkt Ibexa DXP „by Design“ Silos in der Enterprise Software entgegen.

Die Ibexa DXP haben wir im Zuge eines Kundenprojekts genauer kennen gelernt. Wir waren für die Integration von DAM, PIM und Suchsystem mit der DXP bei einem Website Relaunch zuständig. Schnell haben wir gemerkt, dass Ibexa uns eine Plattform zur Verfügung gestellt hat, die dank ihrer modularen und schnittstellenfreundlichen Architektur uns in jedem Entwicklungsschritt entgegenkam.

Aufgrund der Entscheidung von Ibexa, den DXP-Ansatz zu fokussieren und speziell B2B-Bedürfnisse zu verfolgen, wurde uns klar, dass wir eine feste Partnerschaft eingehen sollten. Wir liegen konzeptionell und strategisch sehr nahe beieinander.

Du sprichst davon, dass es wichtig ist Silos in den Unternehmen aufzulösen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Kannst Du das etwas genauer erklären?

Marcel Häberle, o4b: Sehr gerne. Als Silos werden entweder die unterschiedlichen Anwendungen und Oberflächen bezeichnet, mit denen ein Website-User in Berührung kommt oder die verschiedenen getrennten Systeme, in denen ein Unternehmen wichtige Information speichert. Wir sprechen hier von System- oder Daten-Silos. Um eine durchgängige Customer Journey oder User-Experience zu schaffen, müssen die Hürden zwischen diesen Silos überwunden werden. Das macht einen Großteil unserer täglichen Arbeit aus.

Unser Ziel ist es, eine Lösung immer als ganzheitlichen Prozess ohne Unterbrechungen abzubilden. Silos verhindern das. Viele Systeme haben einen monolithischen Ansatz und machen es der Entwicklungsseite schwer andere Systeme sauber anzubinden und Ihnen so einen Datenaustausch zu ermöglichen und Prozesse technisch zu verknüpfen.

Oft werden aus Kosten- oder Zeitgründen deshalb Lösungen realisiert, welche die beteiligten Systeme nicht oder nur unzureichend miteinander verbinden. Dadurch entstehen dann sowohl redundante und nicht synchrone Datenstände als auch Brüche in den Prozessen, die zu Lasten der Anwender gehen. Akzeptanz- und Umsatzverluste sind die Konsequenz. Nach 2-3 Jahren werden die Lösungen einem Relaunch unterzogen, weil die Ziele nicht erreicht werden.

Tushar, wenn ich mich nicht täusche verwendet ihr auch das Bild der “Silos”. Wie unterstützt ihr mit eurer Software eure Kunden und Partner bei der Vermeidung und Auflösung dieser Silos?

Tushar Marwaha, Ibexa: Silos sind auch für uns ein großes Thema. Das Brechen dieser Silos mit unserer einheitlichen Lösung ist unser wichtigstes Ziel. Unternehmen, die viele Systeme und komplexe Strukturen haben, lassen sich nicht leicht einheitlich abbilden und Ende-zu-Ende durchgängig definierte Workflows sind nur schwer zu realisieren.

Dadurch verschenken Unternehmen allerdings viel Potential. Lösungen müssen mehrfach für jedes Einzel-System abgebildet werden. Das erhöht die Kosten und senkt die Effizienz. Deshalb gilt es genau diese Silos zu vermeiden.

Ein weiteres Thema ist die Integration: Wenn man sich reine Content und Commerce-Systeme anschaut, wird deren Integrationen ständig aufwendiger und teurer für die Betreiber. Eine DXP muss in der Lage sein flexibel und offen mit allen Systemen zu kommunizieren – sei es ERP-, PIM- oder andere Speziallösungen.

Marcel, ihr habt Ibexa ja bereits im Projekt kennen gelernt. Was hat Euch an dem Produkt so sehr begeistert?

Marcel Häberle, o4b: Vor allem der moderne Headless-Ansatz und die Flexibilität, die das System bietet. Wie in vielen Projekten mussten wir die drei klassischen Systeme CMS, DAM und PIM miteinander verbinden, ohne dass ein System die “führende” Rolle übernimmt.

Ibexa hat es uns leicht gemacht, dies zu realisieren. Der Headless-Ansatz machte es uns möglich Schnittstellen realisieren, welche die Daten der verschiedenen Systeme miteinander verbinden, ohne dass das führende System den Lead abgeben musste. Alle Einzelkomponenten waren nur im Intranet des Kunden zugänglich, die Webseite selbst wurde jedoch extern gehostet. Wir mussten eine Lösung schaffen, die Inhalte der Systeme trotzdem zugänglich zu machen. Durch ihre flexible Architektur konnten wir die Ibexa DXP quasi als PreRender-System verwenden, das uns die Daten als eine Art Proxy bereitstellt. Diese Flexibilität hat uns beeindruckt.

Tushar, wo siehst Du die Stärken von o4b und warum sind die Kollegen eine Bereicherung für euer Partner-Ökosystem?

Tushar Marwaha, Ibexa: Für die Implementierung unserer Produkte setzen wir auf zertifizierte und zuverlässige Digitalagenturen, Systemintegratoren und Beratungsunternehmen als feste Partner.

open4business ist ein wichtiger Integrationsexperte, der mit langjähriger Erfahrung in heterogenen Systemlandschaften funktional homogene Enterprise-Software-Lösungen realisiert. Sie arbeiten technologieübergreifend und können auch komplexe Integrationen eigenständig durchführen. Das Team ist in der Lage, Lösungen sowohl im Frontend- als auch im Backend-Bereich sehr gut zu implementieren. Durch ihre offene, professionelle und freundliche Art macht es Spaß mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Was versprecht Ihr Euch von der Partnerschaft und was wollt Ihr gemeinsam erreichen?

Tushar Marwaha, Ibexa: Wir bauen unsere Partnerschaften auf Transparenz, Offenheit und Vertrauen auf. Das wird auch mit open4business so sein und das solide Fundament für herausragende gemeinsame Projekte in der Zukunft bilden.

Dabei geht es um jegliches Feedback – auch Kritik, damit man sich verbessern und somit gemeinsam wachsen kann. Uns ist in der Zusammenarbeit mit unseren Partnern wichtig, dass man einander so gut wie möglich versteht, um das beidseitige Know-how auch so gut wie möglich zu nutzen. Dann entstehen aus der Partnerschaft Mehrwerte. Nicht nur für uns und open4business, sondern ganz besonders für unsere gemeinsamen Kunden, ganz gleich, ob es sich um technische Trainings, Zertifizierungen oder Produkttrainings handelt. Uns ist es sehr wichtig, unsere Partner kontinuierlich in allen Bereichen up-to-date zu halten.

Marcel Häberle, o4b: Für uns sind Partnerschaften mit Herstellern von enormer Wichtigkeit. Nur durch die enge Zusammenarbeit können wir gewährleisten, aus dem Produkt Beste für unsere Kunden herausholen.

Wie Tushar schon gesagt hat, ist dies vor allem dann wichtig, wenn es im Projekt einmal schwierig wird und man vielleicht auch einmal gegensätzliche Ansichten hat. Nur wenn man als Dienstleister dann auch einen guten Draht zum Hersteller besitzt, kann man diese Probleme konstruktiv lösen. Mit Ibexa haben wir da bisher nur gute Erfahrungen gemacht.

Und wie wollt Ihr das erreichen? Wie geht es weiter, was macht Ihr als Nächstes?

Marcel Häberle, o4b: Für 2021 haben wir uns gemeinsam mit Ibexa einiges vorgenommen. Wir möchten unser Projektgeschäft im Ibexa DXP-Bereich weiter ausbauen und hier neue Kunden gewinnen. Wir planen hierzu eine gemeinsamen Webinar-Serie. An praktischen Beispielen werden wir zeigen, welche Hürden es in aktuellen DXP-Projekten gibt und erklären, wie man ihnen am besten begegnet.

Klingt vielversprechend. Gibt es schon konkrete Termine, die man sich merken muss?

Marcel Häberle, o4b: Wir planen mit Tushar und Nicole für die kommenden Monate eine Reihe von kurzen Vorträgen und Webinaren. Aus verschiedenen Blickwinkeln werden wir betrachten, wie komplexe DXP-Projekte mit Ibexa gut funktionieren und worauf es bei der Planung und Durchführung ankommt.

Tushar Marwaha, Ibexa: Die ersten Termine stehen bereits. Los geht es am 16.03.2021 um 10 Uhr mit unserem Webinar „Partnerschaften als essenzieller Baustein für erfolgreiche Digital Experience Platforms“. Am 17.Mai 2021 werden wir dann einen gemeinsamen Vortrag auf der „Online Fokus Konferenz Marketing“ halten.